Historie
Die
Bördebahn ist eine eingleisige
(früher zweigleisige), nicht elektrifizierte Nebenbahn (früher Hauptbahn) im
Rheinland, die in Euskirchen westwärts von der Eifelbahn abzweigt und über
Zülpich nach Düren führt. Sie besitzt heute vor allem Bedeutung für den
Güterverkehr.
Die
Eifel-Bördebahn ist die Keimzelle der späteren Eifelbahn von (Düren über
Euskirchen) nach Mechernich, Kall weiter nach Gerolstein und Trier. Im
Gegensatz zur Oleftalbahn ist die Bördebahn als zweigleisige Hauptbahn zwischen
den Kreisstädten Düren und Euskirchen konzipiert. 1983 wurde die Strecke für
den Personenverkehr stillgelegt. Gerade in der heuteigen Zeit des hohen
Aufkommens im Individualverkehr und hoher Betriebskosten für ein Automobil wird
die strategische Bedeutung als Lückenschluss im Schienennetz der Euregio
Maas-Rhein deutlich.
Zur Geschichte:
Die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft
erhielt am 5. März 1856 die Konzession für den Bau und Betrieb der
Vollbahnstrecke Düren-Schleiden.
Diese Strecke wurde von der Hüttenindustrie in der Eifel gefordert, um die
Erze absetzen und Steinkohle
aus dem Inderevier
und Wurmrevier heranschaffen
zu können. Am 6. Oktober 1864 wurde die Eisenbahnstrecke Düren-Euskirchen
eingeweiht. Die Dampflokomotive „Roer“ zog sieben Personenwagen von Euskirchen
nach Düren.
1871 wurde die Strecke
über Euskirchen hinaus nach Kall
eröffnet. Die weiter gebaute Eifelbahn
ignorierte dann aber das ursprünglich anvisierte Schleiden. 1875 wurde die
Strecke Kalscheuren-Euskirchen
fertig gestellt. 1880 wurde die Strecke Euskirchen-Bonn in Betrieb genommen.
Am 1. Januar 1880 kam die Rheinische Eisenbahngesellschaft in den Besitz des preußischen Staates. Damit
war die Eisenbahnstrecke staatlich.
In
den 1920er Jahren baute die französische Besatzungstruppen die Strecke
zweigleisig aus. Aber bereits 1955 begann man mit dem Rückbau. Zwischen
Bubenheim und Dürscheven wurde das zweite Gleis wieder entfernt. Jetzt
verkehrten täglich nur noch je 18 Züge pro Richtung. 1964 kam die Idee auf, die
Verbindung Düren–Euskirchen–Bonn zu elektrifizieren, was aber nicht
verwirklicht wurde. Man wollte eine elektrisch befahrbare Umgehung des
Großknotens Köln haben.
Aus
betriebswirtschaftlichen Gründen wurde die Verbindung Düren–Bonn zum 27. Mai
1979 betrieblich in zwei Linien
getrennt, und zwar Düren–Euskirchen und Euskirchen–Bonn. Gleichzeitig wurde
Düren–Euskirchen in eine Nebenbahn
herabgestuft und Zugleitbetrieb
eingeführt.
Der fahrplanmäßige
Reisezugverkehr der Deutschen Bundesbahn wurde am 27. Mai 1983 mit dem
Nahverkehrszug 7844 Euskirchen–Düren eingestellt.
Lediglich der
Schienengüterverkehr hat bis heute den Rückbau der Strecke verhindern können.
Die in Zülpich ansässige Industrie nutzt seit weit über 100 Jahren die
Bahnanbindung Zülpichs für den Transport von Gütern und Waren. Größter Abnehmer
war sicherlich die Braunkohlenindustrie und ist seit Jahren noch die
Papierfabrik (Bessenicher Mühle vorm. Sieger – jetzt: Smurfit KAPPA) in
Zülpich.
Fotos freundlicher Genehmigung von Herrn Roland Keller
Der Bahnhof Zülpich in historischen Bildern
oben: Am 09. Februar 1964 erreicht dieser Zug aus Düren kommend den Bahnhof Zülpich.
1964: Der Schnellzug von Euskirchen kommend verlässt den Bahnhof aus Gleis 1 Richtung Düren.
Fotos mit freundlicher Genehmigung von Hans A. Billig, Zülpich!
Die Interessengemeinschaft
Rurtalbahn e.V. und der 2009 neu gegründete Verein
Bürgerbahn e.V. bemühen sich seit vielen Jahren um die Reaktivierung der
Strecke für den Personennahverkehr und zeigen durch einen jährlichen
Sonderverkehr mit Personanzügen die Wichtigkeit der Schienenanbindung auch der
ländlichen Regionen auf.
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